hörbuch tagebuch

frank schätzing - der schwarm

naja, so toll auch nicht. ein paar kollegen haben mächtig davon geschwärmt. zeigt mir, dass ich eben doch eine sehr eigene vorstellung von guter literatur habe.

der spannungsbogen gegen mitte der storie hält einfach zu lange vor, nämlich genau bis zum ende. dauerspannung führt irgendwann dazu, dass der zustand als normal empfunden wird und nicht nur das, sogar als wenig abwechslungsreich. außerdem ist der umstand, dass da untem auf dem meeresgrund eine ältere spezies wohnt als die menschheit mit einer höheren intelligenz  wirklich nicht zehn cds sprechzeit wert. dementsprechend ist das ganze aufgebläht. in kürzerer zeit hätte das alles auch abgehandelt werden können. richtig lange eposschinken können sich eben nur richtig gute autoren leisten. Obwohl sich mit der umsetzung als hör(spiel)buch richtig viel mühe gegeben wurde. 

jean-christophe grange - der flug der störche

ist weniger lang, allerdings ist auch hier eine recht überschaubare storie weitläufig erzählt worden.allerdings in literarisch anspruchsvollerer weise. ich konnte dem stück von anfang bis zum ende hin gebannt folgen. es war an keiner stelle langweilig. ich bin froh darüber, dieses hörbuch selbst zu besitzen. toll, einfach toll. es geht um störche, die dazu verwendet werden, um diamanten zu schmuggeln und um einen bösen arzt, der widerliche menschenexperimente macht, in welchen er herzen stielt und alles so aussehen lässt, als wären die organspender durch wilde tiere überfallen worden.

dan brown - meteor

 mäßig interessant, ich werde kein fan von dan brown, da mir auch schon das sakrileg nichts gab. machtinteressen ranken sich um einen angeblichen meteoriten, der das endgültige zeichen außerirdischer existenzen sein muss. allerdings entpuppt sich das ganze als fake. ich fand den noch besser als "der schwarm", aber auch nicht berauschend.

steven king - vier jahreszeiten: herbst - winter

fantastisch. für mich eine der besten neuzeitlichen stücke, die ich in letzter zeit gehört habe. hatte ich steven king nicht zugetraut, den ich schon in die trash-ecke gestellt hatte. ja ja blöde schubladen... allerdings habe ich mich ja dann so angenehm wundern können, gerade weil ich nichts sensationelles erwartet hatte. ich war gefesselt wie nur sehr selten. am besten hat mir die novelle "der musterschüler" gefallen. ein seltsamer junge, der seine böse seite zelebriert und nährt, indem er sich mit einem altnazi abgibt, diesen glaubt, in der hand zu halten, bis dieser den spieß umdreht und zu einer bösen und längst noch nicht entschärften waffe mutiert.  extrem spannend erzählt.

 

 

 

 

 

 

17.5.07 21:33, kommentieren

hörbuchsprecher

hier werde ich einfügen, welche hörbuchsprecher mir gefallen. es ist peinlich, dass ich gerade mal gerd westphal beim namen kenne und rufus beck.

joachim kerzel (der flug der störche)

das ist auch der synchronsprecher von jack nicholson, dustin hoffmann, dennis hopper.

 

17.5.07 21:25, kommentieren

vier tote tauben

ich hatte noch nie durchweg angenehme schulwege. der jetzige führt mich durch ein industriegebiet. die strecke, die ich brauche, um durch diese zone zu fahren ist wahrscheinlich etwas länger als ein kilometer. links und rechts befinden sich kubische, sehr spartanische und zweckmäßige hallen. manche sind sehr lang, manche sind sehr hoch. auf den dazugehörigen weiten lagerflächen sieht man riesige berge von gut sortiertem schrott. der eine berg sieht aus, als wenn  röntgenpapier oder überdimensional große filme übereinander gestapelt würden. auf einem anderen platz lagern riesige haufen unterschiedlichen bodenbelags. feiner dunkler staub bis zu groben großen wackersteinen. wenn das wetter warm, die luft trocken ist und der wind geht, dann ist es besonders unangenehm, dort lang zu fahren. der feine staub gelangt in die augen und in den mund. außerdem wird man als radfahrer öfters von riesigen lastkraftwagen überholt, deren stinkende abgasluft einem ins gesicht flattert wie eine dicke angeschimmelte qualle. pferdefutter wird in der einen halle produziert. vor der halle hält ab und an ein großer zulieferer, der die rohasche, die dazugefügt wird, bringt. alles nichts besonderes, es handelt sich eben um die üblichen wege, die mir auf verschiedene weise unheimlich sind und an die düsteren seiten meiner vorstellungskraft appellieren. unterstützt wird so ein anstoß an meine ängstliche phantasie beispielsweise durch ereignisse, wie ich sie unlängst auf besagter strecke erlebte. mitten auf der industriestraße liegt eine tote taube. je öfter ich die strecke fahre, desto mehr einzelteile werden erkennbar. desto mehr federn lösen sich aus der toten zellmasse. die arme kleine taube wird zu einem immer ausgefleddertem breiterem fleck, den ich sorgsam ja nicht zu überfahren bedenke. nur wenige tage später befindet sich wieder eine neue taube auf der strecke. ich ärgere mich, dass mich das pech so kurz hintereinander einholt. doch das unschöne wunder hält an. einige tage danach sehe ich wieder eine tote taube. sie liegt diesmal nicht auf der straße sondern auf einem bürgersteig vor einem der industriegebäude. die taube kann noch nicht lange tot sein. ihr gefieder ist frisch und glänzend. das exemplar wirkte gesund und gut genährt. wenige meter wieder eine tote gesund aussehende taube, am straßenrand, direkt neben der bordsteinkante. aber auch das reicht noch nicht. im verlauf der kilometerstrecke sehe ich noch eine weitere. und dann später, als ich das industriegebiet passiert habe, ein kurzes stück später am main liegt noch eine tote taube auf der mainpromenade. ich frage mich, ob jemand diese tiere abgeschossen hat. eine komische vorstellung. aber was macht die vorstellung mit einem, der in seinem leben schon sehr viele bösartige menschen erlebt hat. ich halte die vorstellung dennoch für sehr abwegig. wer geht denn durch ein industriegebiet und knallt tauben ab... als ich von der schule gekommen bin, erwartete ich diesen bedrückenden anblick, weil ich trotz des morgentlichen schauerbildes denselben weg nach hause nahm, den ich hergefahren war. aber sie alle waren fort, sorgfältig entfernt.

17.5.07 21:21, kommentieren

was ist schon stärke...

was bedeutet schon stark zu sein. vielleicht definieren sowas nur leute, denen viel wert daran liegt, es mit starken und weniger mit schwachen leuten zu tun zu haben. vielleicht, weil sie schlechte erlebnisse mit schwachen gehabt haben. stark sein heißt vielleicht, selbstbewusst zu sein, ganz suverän hinter dem zu stehen was man sagt, stets kontern zu können, nie eingeengt werden, weil die guten argumente niemals siegen und weil vor lauter selbstüberzeugung kritik und nörgelei nicht den kern erreichen und einfach abprallen. was ist in meinen augen stark. stark ist, wer es schafft, in dieser welt ein unentdecktes parallelleben zu haben. damit meine ich anders zu denken, die welt in einer sicht zu sehen, wie sie andere kaum verstehen und erst recht nicht wertschätzen. stark sein heißt für mich zu sich zu stehen, zu seiner natürlich veranlagten seinsweise, zu seinen schwächen zu stehen und dabei doch versucht, daran zu arbeiten oder mit anderen stärken zu kompensieren. stark sein bedeutet für mich, hinter seiner meinung zu stehen, und sich nicht beugen und einschüchtern zu lassen. egal wie sich das umfeld verändert, egal wer der adressat ist, du bleibst einfach immer bei deiner ehrlichen meinung ohne den willen, es jemanden recht zu machen und deshalb deine meinung zu prostituieren. stark sein heißt für mich beharrlich zu sein in einer bestimmten eigenschaft, egal wie diese eigenschaft aussieht. und wenn es sensiblität ist. denn sensiblität ist eine große stärke und flexiblität, die ohne prostitution auskommt, erst recht. stärke heißt für mich auch, an einem ideal fest zu halten und sein verhalten stets in diese richtung zu korrigieren. sich nicht fertig machen zu lassen, das leben einfach weiter leben, vegetieren. vegetieren zu können ist eine stärke. leute die auf dem zahnfleisch über die steinwege des lebens krauchen obwohl sie keinen sinn darin sehen. stärke ist aber auch, diesen weg zu beenden, ein für alle mal. den trieb der todesangst zu überwinden.

28.3.07 15:51, kommentieren

treibjagd harmonische schwingung drehschwindel

ich atme schwer und  schwer, so schwer.

es ist der trieb, der trieb, der trieb,

der mich  treibt,  treibt, ja dazu treibt,

mich zu stören, stören, mich zu zerstören.

27.3.07 17:51, kommentieren